C.G. Jung

“In jeder echten Beziehung gibt es eine Konfrontation mit dem eigenen Schatten.”


Unsere Wahrnehmung der Welt, d.h. auch der Menschen in unserem Leben, wird am meisten durch unsere frühesten Lebenserfahrungen und Bindungen geprägt.

Das, was wir in unserer unbewussten Phase erleben, bestimmt noch heute unseren Selbstwert, die Art, wie wir in Beziehung gehen und wie wir mit inneren und äußeren Konflikten umgehen.


Das Verständnis des eigenen Ich (Wer bin ich?) ist für viele von uns nicht nur durch kindliche Erfahrungen, sondern auch gesellschaftliche Ansprüche unklar und geschwächt. Uns fehlt eine stabile Verbindung zu unseren eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und Grenzen, was uns gleichzeitig nicht erlaubt, autonom zu sein.

Dabei ist es die Autonomie und die eigene Selbstbestimmung, nach der sich die meisten Menschen sehnen. „Ich will mein eigenes Leben leben“, „ich will eine respektvolle und erfüllte Beziehung leben“ oder „ich will wertgeschätzt werden“ weist hin auf emotionale Verstrickungen und Abhängigkeiten, die uns daran hindern, nach eigenen inneren Maßstäben zu leben.

Durch die Erfahrungen, die wir in unseren ersten (elterlichen) Bindungen gesammelt haben, ist unser Beziehungsverhalten oft geprägt von Anpassung, Schuldgefühlen, Verlustangst und dem Bedürfnis, die tatsächlichen oder angenommenen Erwartungen anderer zu erfüllen.

Durch die Unterdrückung unserer Gefühle und Bedürfnisse, die nichts anderes darstellen als eine authentische Erwiderung auf unsere Umwelt, staut sich in uns unweigerlich Frust und Wut an, die sich dann oft nicht nachvollziehbar in Beziehungen entlädt.

Eine selbstbestimmte Beziehung, in der wir unsere Integrität wahren können, basiert also in erster Linie auf Selbstverbindung. Wer mit sich selbst im Kontakt ist, kann sich klar abgrenzen, ganz ohne Schuldgefühle. Es entsteht ein Gleichgewicht im Geben und Nehmen, das den gesunden Ausdruck von Wut erlaubt. Klar und liebevoll. So wird echte Verbindung möglich.